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Wie das Programmieren zum Kinderspiel wird

Saarbrücker Zeitung

05. Juli 2002 - Nr. 153 / D7
Martin Ruf

Saarbrücker Firma Algorithmic hat sich aus dem Max-Planck-Institut heraus gegründet

Die Unternehmensgeschichte der Saarbrücker Leda Software GmbH begann mit zahlreichen Problemen. Genauer gesagt mit der Suche nach passenden Lösungen für diese Probleme. Seitdem sind sieben Jahre vergangen, heute trägt das Unternehmen den Namen Algorithmic Solutions Software GmbH und macht mit seinen Entwicklungen so renommierten Unternehmen wie Hewlett Packard, France Télécom oder IBM den Arbeits-Alltag leichter.

Leda (Library of efficient data types and algorithms) hieß das Produkt, mit dem die Saarländer im Jahre 1995 als erste Spin-Off-Gründung des Saarbrücker Max-Planck-Instituts für Informatik auf den Markt kamen, und das auch heute noch zu den Flaggschiffen des Unternehmens gehört. Leda ist eine Sammlung von Programmbausteinen die es möglich macht, EDV-Programme schneller, besser und günstiger zu erstellen. Entwickelt wurde die Software von einer Projektgruppe am Max-Planck-Institut. Deren damaliger Leiter Christian Uhrig ist heute Geschäftsführer der Algorithmic Solutions. "Das Verfahren ist im Prinzip immer gleich", erklärt er: "Man passt ein bestimmtes Problem in das Modell eines Netzwerkes ein, und dann liefert unsere Software Operationen und Funktionen, die der Benutzer ausrechnen möchte." Der entscheidende Vorteil: Der Anwender muss weder den Lösungsweg eines solchen Algorithmus verstehen, noch muss er ihn programmieren können.

"Die Konkurrenz ist derzeit nicht allzu groß", sagt Uhrig mit Blick auf die starke Nachfrage von Seiten der Industrie: "Es gibt nicht sehr viele Entwicklungen, die so umfassend sind, wie unsere." Ergebnis dieser Arbeit ist die große Zahl an Kunden: "Viele davon sitzen im Ausland", so der Geschäftsführer. Vor allem in den USA und in Japan hat das Saarbrücker Unternehmen einen guten Namen. "Eine unserer Strategien ist die, dass wir künftig mehr in Deutschland machen wollen", sagt Uhrig: "Wir werden verstärkt den Kontakt zu deutschen Partnern suchen. Das haben wir bislang doch etwas vernachlässigt." Aus diesem Grund werde Algorithmic Solutions, die seit knapp zwei Jahren 45 Prozent an einem Tochterunternehmen in Tübingen hält, auch am Standort Saarbrücken festhalten.

Sicherlich werde sich für das Unternehmen irgendwann einmal die Frage stellen, ob nicht noch ein weiterer Standort sinnvoll wäre. "Der Hauptsitz des Unternehmens wird aber auch in diesem Fall im Saarland bleiben", so der Geschäftsführer. Den Grund liefert er gleich hinterher: "Das Saarland hat ja auch eine gewisse Infrastruktur, außerdem ist für uns die Nähe zur Wissenschaft wichtig." Uhrig spricht von den Wurzeln im Max-Planck-Institut und den noch immer "sehr guten Kontakten dorthin".

Derzeit macht das Unternehmen mit der Softwarelösung Ball (Biochemical Algorithms Library) von sich Reden. Ball wurde am Zentrum für Bioinformatik der Universität des Saarlandes sowie vom Max-Planck-Institut entwickelt und wird nun exklusiv von Algorithmic Solutions vermarktet. Die Software kann unter anderem chemische Strukturen modellieren und diese visualisieren. "Das Produkt ist noch nicht ganz fertig", sagt der Geschäftsführer, "aber es ist in einer Phase, in der es bereits angeboten wird und in der die Kunden damit beauftragt sind zu testen, ob es ihre Bedürfnisse erfüllt."

Um zu gewährleisten, dass sich Algorithmic Solutions auch zukünftig so erfolgreich am Markt behaupten kann, setzt Uhrig auf eine fortschreitende Weiterentwicklung des Unternehmens: "Wir müssen neue Produkte, neue Märkte und auch neue Technologien betrachten." Schließlich gebe es immer Technologien, die besser seien als die bestehenden. Aus diesem Grund müsse man immer die Frage danach stellen, was danach kommen wird. Christian Uhrig: "Eine unserer Richtungen wird sein, Produkte so anzubieten, dass sie auch in der nächsten und übernächsten Technologie noch brauchbar sind. Das gehört für uns einfach zum ganz normalen Tagesgeschäft."

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Über LEDA:

LEDA ist eine C++ Klassenbibliothek für effiziente Datentypen und Algorithmen.
LEDA liefert algorithmisches Know-how für Graphen- und Netzwerkprobleme, geometrisches Rechnen, kombinatorische Optimierung und vieles mehr.
http://www.algorithmic-solutions.de/leda.htm

Über BALL:

BALL ist ein C++ Framework für den Bereich Biochemie und Bioinformatik.
Effizient implementierte Algorithmen, komplexe Gleichungen und fundamentale Komponenten kombiniert mit einer gut dokumentierten, konsistenten Schnittstelle ermöglichen die Entwicklung von schnellen und zuverlässigen Prototypen.
http://www.algorithmic-solutions.de/ball.htm


Über Algorithmic Solutions:

Algorithmic Solutions Software GmbH ist ein international tätiges Software- und Beratungshaus mit Sitz in Saarbrücken. Algorithmic Solutions wurde 1995 von Mitarbeitern des Max-Planck-Instituts für Informatik gegründet. Das Unternehmen ist spezialisiert auf den industriellen Einsatz effizienter Algorithmen und Datenstrukturen in den Bereichen Graphen- und Netzwerkmanagement, algorithmische Geometrie sowie Visualisierung von logischen Verknüpfungen und Beziehungen.

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